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Endometriose: Ein ganzheitlicher Ansatz

  • 29. März
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Juni

Endometriose beschreibt eine Erkrankung, bei der die Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter liegt und verschiedenste Symptome hervorruft. Diese Schleimhaut kann sich an der Blase, im Darm und im Bauchfell (Peritoneum) befinden und dort bei jeder Menstruation mitbluten. Der Körper reagiert mit einer Entzündungsreaktion auf das Gewebe am falschen Ort.


Ursachen und Symptome der Endometriose


Gründe für versprengtes Schleimhautgewebe können unter anderem eine sehr starke Menstruation sein. Dabei gelangt die Schleimhaut durch den hohen Druck der Menstruation rückwärts über die Eileiter in den Bauchraum (retrograde Menstruation). Von dort kann sie entweder über das arterielle System oder auf dem Lymphweg im Körper verteilt werden – dies ist jedoch noch nicht abschließend geklärt.


Bei der Schmerzentstehung sind vermehrt Prostaglandine (Gewebshormone) beteiligt, die im Rahmen jeder normalen Entzündung gebildet werden. Häufig berichten Betroffene von krampfartigen bis wehenartigen Schmerzen während der Menstruation – die sogenannte Dysmenorrhoe.


Die 5 klassischen Kardinalzeichen einer Entzündung sind:


  1. Rubor - die Rötung

  2. Tumor - die Schwellung

  3. Calor - die Überwärmung

  4. Dolor - der Schmerz

  5. Functio laesa - die eingeschränkte Funktion


Der Römer Aurus Cornelius Celsus beschrieb diese auch als "Celsus Tetrade" bezeichneten pathophysiologischen Zeichen einer Entzündung bereits im 1. Jahrhundert nach Christus. Die Entzündung als Reaktion auf einen Reiz ist zunächst normal. Bei einer Erkältung beispielsweise kann der Körper durch die vermehrte Durchblutung des Gewebes sicherstellen, dass die körpereigene Immunabwehr an den Ort des Geschehens gelangt. Die Nase läuft, um Erreger herauszuspülen, und Fieber aktiviert das Immunsystem, um die Erkrankung zu bekämpfen.


Chronische Entzündungen und ihre Auswirkungen


Was passiert jedoch, wenn der Körper einem chronischen Reiz ausgesetzt ist und immer wiederkehrende Symptome auftreten? Durch immer wiederkehrende Reize und Entzündungen bildet sich eine Art Trampelpfad im Schmerzgedächtnis. Die Rezeptoren, die Schmerzen an das Gehirn vermitteln, werden mit der Zeit immer sensibler, und es entsteht eine verstärkte Schmerzwahrnehmung (Hyperalgesie).


Zur Behandlung und Linderung der Symptome einer Endometriose wird oft zu hormoneller Verhütung geraten. Diese soll die Menstruation sowie das Fortschreiten der Entzündung unterdrücken. Schmerzmittel setzen an einem bestimmten Teil der Schmerzentstehung an und blockieren den physiologischen Ablauf der Entzündung. Bei den sogenannten COX-Hemmern (Cyclooxygenase-Hemmer) wie Ibuprofen wird die Umwandlung von Arachidonsäure zu Prostaglandin gehemmt, wodurch die Entzündung künstlich unterbrochen wird.


Der letzte Schritt und die große Hoffnung der Endometriose-Patientinnen liegt oft in einer Operation, um die Herde und Verklebungen im Bauchraum zu entfernen. Diese Verklebungen entstehen häufig im Rahmen einer Entzündung, da körpereigenes Fibrin versucht, die "kaputten" Stellen zu reparieren.


Zusammenfassung der Endometriose


Zusammengefasst kann man sagen, dass die Endometriose aus verschiedenen Anteilen besteht:


  1. Entzündung - oft chronisch

  2. Verklebung des Gewebes

  3. Chronifizierung

  4. Hormonelle Dysbalancen (Progesteron)


Endometriose aus naturheilkundlicher Sicht


Aus naturheilkundlicher Sicht gibt es viele Erklärungen und Ansätze zur Entstehung von Endometriose und den damit verbundenen Schmerzen während der Menstruation.


Irisdiagnose


Kennen Sie die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) und Akupunktur? Hier ist schon lange bekannt, dass der Körper verschiedene Organsysteme und Funktionskreisläufe beispielsweise im Ohr oder auf den Meridianen widerspiegelt. Die TCM nutzt diese "Landkarte des Körpers", um mit Hilfe der Akupunktur das Qi wieder zum Fließen zu bringen, Blockaden zu lösen und den Körper wieder in Balance zu bringen.


Ähnlich verhält es sich mit der Irisdiagnose, bei der bestimmte Organe und Regelkreise in der Iris sichtbar werden. Hier können sich Hinweise über ererbte oder erworbene Tendenzen zu verschiedenen Erkrankungen widerspiegeln. Bei der Endometriose achte ich auf Folgendes:


1. Die individuelle Reaktionsbereitschaft und was die Entzündung ggf. aufrecht erhält


Die Harnsäure-Diathese (eine naturheilkundliche Reaktion des Körpers mit vermehrter Harnsäurebildung) ist ein Beispiel. Hierbei denkt man oft an Gicht und Schmerzen im Großzehengelenk. Oft hat die Harnsäure bereits ihren Maximalwert erreicht und wird aus dem Blut in das umgebende Gewebe eingelagert. Dort bildet sie feinste Kristalle, die zu Schmerzen und Entzündungen führen.


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Bei der Harnsäure-Diathese lagert sich die Harnsäure oft schon in niedrigerer Dosis an Geweben an und verhält sich dort ähnlich wie Sand auf einem Gummiband. Dies führt zur Trockenheit und Reizung verschiedener Gewebe. Symptome einer Harnsäure-Diathese sind unter anderem geschwollene Finger am Morgen, Steifigkeit der Gelenke und wandernde Schmerzen im gesamten Körper. Die Harnsäure hält oft chronische Entzündungen im Körper aufrecht, da sie vermehrt gebildet wird oder nicht adäquat ausgeschieden werden kann.


2. Leberstoffwechsel


Die Leber spielt eine entscheidende Rolle bei hormonellen Dysbalancen. In der Naturheilkunde sagt man: "Keine Hormontherapie ohne Lebertherapie!" Zur Herstellung von Hormonen benötigt der Körper Cholesterin. Die Leber unterstützt den hormonellen Kreislauf, indem sie die aufgenommenen Nahrungsmittel in ihre Bestandteile Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate aufspaltet und dem Körper zur Verfügung stellt. Naturheilkundlich gibt es einen "Stau" der Leber, ähnlich der TCM (Leber Qi Stagnation) – ein weiterer Ansatzpunkt zur naturheilkundlichen Unterstützung.


Ein Stau in der Leber führt langfristig zu einem Stau im kleinen Becken, wo sich die Gebärmutter, Blase und Teile des Darms befinden. Die Stoffe können über das Venensystem nicht mehr adäquat zur Leber zurückfließen, was zu Problemen beim venösen und lymphatischen Abtransport führt. Symptome eines Staus im kleinen Becken können Hämorrhoiden, Varizen der Beine, Zystenbildung, Prostatahyperplasie, Blähungen und Verdauungsbeschwerden sowie Schmerzen während der Menstruation sein. Hier lohnt sich ein genauer Blick, insbesondere wenn sich vermehrt Symptome zeigen, die auf einen Stau im kleinen Becken hinweisen.


3. Stresssystem: Hypophyse und Nebenniere


Akuter Stress ist eine überlebenswichtige Funktion des Menschen. Bei der akuten Aktivierung des Stresssystems übernimmt der Sympathikus, unser Überlebensnerv. Er steigert die Herzfrequenz, den Blutdruck und erweitert die Bronchien – alles Systeme, um schnell der Gefahr zu entkommen. Die Verdauungsfunktion des Körpers, insbesondere die Darmtätigkeit und Speichelproduktion, nimmt während dieser Phase ab, da es evolutionär ungünstig wäre, während einer Gefahrensituation auf die Toilette zu müssen. Nach der akuten Gefahr übernimmt der Parasympathikus, und die Funktionen regulieren sich wieder.


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Dauerstress und Psychosomatik


Hast du schon einmal den Satz "Das ist psychosomatisch" gehört? Und die Frage: "Hast du viel Stress in letzter Zeit?" Der Wechsel zwischen Aktivierungs- und Entspannungsphasen des Körpers ist entscheidend. Während der Sympathikus eine aktivierende Rolle während der Gefahr übernimmt, reguliert der Parasympathikus den Körper und bringt die aktivierten Systeme wieder auf ein Normalmaß.


Naturheilkundlich gibt es einige Personen, die den Übergang dieses Regulationssystems nicht mehr richtig hinbekommen – eine Sympathikotonie entsteht. Hierbei ist der Körper und der Geist in Daueralarmbereitschaft, und die Funktionen des Sympathikus übernehmen. Es gibt nur wenige Phasen der Erholung. Physiologisch gibt es für den Körper jedoch kein "nur ein bisschen Stress" – er geht dennoch in den Funktionskreislauf des Sympathikus.


Die Verdauung und ihre Auswirkungen


Was hat die Verdauung mit all dem zu tun? Die aktiven Verdauungsdrüsen (Magen, Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse, Speicheldrüsen) können nicht mehr adäquat reagieren. Die dringend benötigten Verdauungsenzyme stellen normalerweise sicher, dass die aufgenommene Nahrung im Körper aufgespalten wird. Es landen halbverdaute Lebensmittel im Darm, die Gärstoffe produzieren. Dies führt zu Blähungen, Unwohlsein und auf Dauer zu einer Fehlbesiedlung (Dysbiose) im Darm.


Das Immunsystem benötigt den Parasympathikus, um seine körpereigenen Reparaturvorgänge zu aktivieren. Wer solche Symptome bei sich erkennt, versteht nun vielleicht, wie Dauerstress sich auf unseren Körper auswirkt. Auch wenn man den Stress nicht als solchen erlebt, weil oft nur akuter Stress als richtiger Stress wahrgenommen wird, ist es wichtig, das Nervensystem zu regulieren und auf sich zu achten.


Was kann man tun? – Ordnungstherapie


  1. Achte auf eine ausreichende Schlafhygiene.

  2. Bewegung aktiviert den Parasympathikus.

  3. Esse in Ruhe und kauen 20 Mal, um die Vorverdauung zu unterstützen.

  4. Erlerne Entspannungsverfahren – z.B. Meditation, Yoga, progressive Muskelentspannung.

  5. Dehne deinen Körper regelmäßig.

  6. Baue dir kleine Ruhemomente in den Alltag ein.

  7. Sprich über deine Belastungen.


Naturheilkundliche Unterstützung ist ein wichtiger Teil, um den Parasympathikus zu fördern. Ein weiterer Teil ist der persönliche Umgang und die sogenannte Ordnungstherapie.


Sie haben ähnliche Beschwerden? Schreiben Sie mir gerne eine Email unter: kontakt@naturheilpraxis-wehner-muenchen.de


Ich freue mich, dich auf deinem Weg begleiten zu dürfen!

Julika Wehner


Dieser Blogartikel hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Er beschreibt lediglich die naturheilkundlichen Betrachtungsweisen von chronischen Erkrankungen und deren Wechselwirkungen.

 
 
 

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